Humanation

5. Kapitel: Piraten

Pong pong pong Stille. Ein Schrei: "Ihr werdet büßen!!" Wieder rhythmische Schläge gegen das Metall. Ming mit dem Rücken gegen die kahle Stahlwand ihrer Zelle seufzte und erklärte: "Das bringt doch nichts, Riano. Davon kommt Hikari auch nicht wieder."

Riano schlug wieder mit der rechten Faust gegen die raue Stahlwand und hielt keuchend inne. Seine Hand war schon rot und blau. Er blickte mit zornigen Blitzen zu Ming: "Ich werde niemals vor dem Piratenpack kapitulieren. Ich habe sie mein ganzes Leben gejagt und meine Arbeit ist noch nicht beendet."

Er schlug wieder gegen das Metall. So ging es schon seit Stunden. Ming seufzte und schloss die Augen und bemerkte: "Du magst Hikari wohl doch!"

Riano ließ ab und blickte sie verständnislos an: "Was hat das jetzt für einen Zusammenhang. Ich diene dem Volk von Humanation damit auch ihr. Ich kann nicht akzeptieren, dass sie das Blut eines unschuldigen Zivilisten fließen lassen."

Er schrie vor Wut. Er verstand es nicht. Warum um alles in der Welt hatte sie sein Leben gerettet? Er war doch die Friedenswachen. Es war sein Auftrag zu schützen. Es tat ihm innerlich weh, wie eine Wunde in seiner Brust. Sie war ihm wichtig gewesen und er wollte nicht akzeptieren, was sonst für ihn keinen Unterschied gemacht hatte, dass sie tot war.

Ming versuchte nach vorne zu sehen, ihre Kräfte beisammen zu halten und einen Ausweg zu finden, doch die Verzweiflung nagte an ihr und sie fühlte, dass sie am liebsten einfach zusammenbrechen würde. Sie stand entnervt auf und legte Riano die Hand auf die Schulter. Er hörte auf zu schlagen: "Was?"

"Erinner dich! Erinner dich was sie gesagt hat. Wenn wir am Leben bleiben, können wir Größeres bewirken..."

"Aber sie ist nicht am Leben! Sie ist tot! Verdammt! TOT!"

Ming blickte ihn unnachgiebig an, während ihr eine Träne über die Wange lief: "Aber sie würde nicht wollen, dass wir sterben. Wir sollten uns zusammenreißen."

Riano blickte sie an: "Aber sie will nichts mehr. Vermutlich haben sie sie schon durch die nächste Luftschleuse entsorgt. Sie haben sie erschossen und ich will dafür Gerechtigkeit!"

"Was wenn sie noch gar nicht tot ist? Wenn die Piraten sie nicht haben sterben lassen? Mit Toten lässt sich kein großes Geld machen."

Ming glaubt zwar nicht daran, aber sie hatte noch nicht ihre Leiche gesehen und solange war eine Hoffnung noch begründet.

Riano schüttelte den Kopf: "Ich wünschte du hättest recht, aber das sind Piraten." Tränen traten in seine Augen: "Sie hätte das nicht tun sollen. Ich war doch da um euch zu beschützen. Warum? Warum hat sie das getan?"

Ming blicke Riano an und wusste es nicht.

Riano schrie: "Ihr werdet alle sterben! Ihr Mörder!"

Ming seufzte: "Das bringt doch nichts. Sie hat dich auf jeden Fall nicht gerettet, damit du jetzt jeden einzelnen Piraten auf dem Schiff überzeugen kannst dich doch umzubringen. Warum kümmert es dich überhaupt. Es ist doch schließlich deine Arbeit Leute sterben zu sehen."

"Aber nicht solche Leute. Sie ist kein Terrorist und sie ist kein Soldat. Es ist meine höchste Pflicht sie zu beschützen und ich habe versagt. Sie war ein guter Mensch und ich wüsste niemand, der sie ersetzen könnte. Es ist einfach nicht gerecht."

"Was ist schon gerecht im Leben?"


Schritte dröhnten heran. Die Riegel außen wurden weggeschoben. Die massive Stahltür öffnete sich. Riano und Mings Blick schwanken zur Tür. Ming hielt Riano instinktiv an der Schulter fest. Zwei breitschultrige Piraten mit gezogenen Gewehren traten ein. Hinter ihnen tauchte das vernarbte Gesicht des Piratenkaptains auf. Die beiden Piraten stellte sich vor Ming und Riano die Waffen auf sie gerichtet. Der Kaptain hielt einen Körper in den Armen und legte ihn in die andere Ecke, der Zelle. Die blonden Haare hingen wirr über das Gesicht. Der Kaptain nickte, drehte sich um und verschwand mit den anderen zwei Piraten durch die Tür, die hinter ihnen verschlossen wurde.

Riano und Ming stürzten hinüber zum Körper. Riano schob die Haare aus ihrem Gesicht und fasst mit der rechten nach ihrer Hand. Vor ihm lag Hikari. Plötzlich stießen seine Finger auf etwas metallisch Kaltes unter den Haaren. Statt des linken Auges kam ein Sensor zum Vorschein. Riano schreckte zurück. Doch Hikaris Hand schloss sich um seine. Er fragte verängstigt: "Hikari?"

Sie flüsterte: "Riano." und versucht vorsichtig zu lächeln. Riano blickte nur geschockt und gleichzeitig unendliche erlöst in ihr Gesicht. Sie lebte. Doch was hatten sie aus ihr gemacht? Er musste sie retten vor den Maschinen. Cymales waren gefährlich, sie waren seine Gegner. Er wollte nicht, dass Hikari sein Feind wurde, er musste sie heilen.

Ming kniet freudestrahlend neben Hikari: "Du lebst! Sie haben dich gerettet." Hikari trug nur ein ärmelloses Hemd, sodass man den dicken Verband um ihre Schulter und ihren Rücken sehen konnte, aber auch Hikaris ganzen linken Arm der fast bis zur Schulter eine mechanische Konstruktion war.

Hikari lächelte schwach: "Ja, ich lebe", und öffnete die Augen. Rianos Herz schlug schneller als sie ihn ansah. Sie lebte. Sie war noch dadrin.

Riano fasste ihre Hand und versprach: "Ich rette dich. Ich werd dich rausholen und dann fliegen wir nach Humat und sie werden dich heilen."

Ming besah sich den Verband und urteilte: "Das sieht gut gemacht aus. Ich denke, sie haben Hikari schon geheilt. Sie braucht nur Ruhe."

Ming zog ihre Jacke aus, rollte sie zusammen und schob sie unter Hikaris Kopf: "Ruh dich aus, Hikari!"

Hikari schloss wieder das Auge. Riano hielt weiter ihre Hand und betrachtete sie. Sie sah friedlich aus, so wie sie da lag. Doch Hikaris linkes Auge machte Riano Angst. In Humanation glaubte man das Cyborgs durch Implantate ausgehöhlte Menschen waren, darum waren Cymale auch so gefürchtet. Ein erbarmungslose Computeridentität konnte über die Implantate den Menschen überschreiben und als perfekter Agent Humanation unterwandern. Schon den Kindern erzählte man, dass, wenn sie nicht hörten, der Cyborg kommen würde um sie zu holen. Die Angst vor dem Cyborg war tief in jeden Bürger von Humanation eingebrannt und Riano war keineswegs frei davon. Es verwirrte ihn allerdings, dass Ming sich davon nicht stark beeindruckt zeigte. Er machte sich zumindest ernsthafte Sorgen, auch wenn er sehr erleichter war, dass Hikari am Leben war. Er lächelte, während er sie beobachte. Leicht hebte und senkte sich ihr Brustkorb beim Atmen. Es war schön sie schlafen zu sehen, ihre feinen Gesichtszüge zu betrachten. Eine unsinnige Idee kam in ihm auf, dass es eigentlich gar nicht schlimm war hier zu sein. Er wusste eh nicht, was er tun sollte und wo er sich hinwenden sollte. Vielleicht könnte es ja einfach so bleiben, dass er da saß und über Hikari wachte.


Kapitän Reff stand auf der Brücke und unterhielt sich mit Jano, während John zwischen den das Schiff in den Schatten Betas manövrierenden Piraten aufgeregt hin und her flitzte. Reff erklärte :" Ich bitte dich vielmals um Entschuldigung, dass ihr leichtfertig angegriffen wurdet."

Jano blickte auf zu ihm: "Du musst Hikari um Entschuldigung bitten, auf sie ist geschossen worden. Ich kann die Absicht den Militär auszuschalten nur zu gut verstehen."

Reff nickte dankend: "Das habe ich schon. Sie hat es mit einem Lächeln abgetan. Und dann wollte sie, obwohl sie immer noch sehr schwach war, zurück zu diesen beiden Humans. Ein faszinierend liebevolles Wesen, dass sie sogar Mitleid mit einem Militär empfindet."

Jano nickte: "Das ist nur eine Seite von ihr, die war nicht viel anders als Riano, bis man sie aufgefischt hat. Ich denke, darum glaubt sie an die Menschlichkeit in ihm."

Reff grinste: "Es wäre zu schön, wenn sie recht behielte. Ich wollte sie noch fragen, ob ich sie nach Spektrum bringen soll. Als Pazifist lebt sie in der Nähe von Humanation und besonders im Omegasystem sehr gefährlich."

Jano schüttelte den Hauptrechner: "Ich denke nicht, dass sie das will. Die Professorin hat ihr endlich wieder eine sinnvolle Aufgabe gestellt und sie wird ihr und damit Humanation viel zeigen können, was sie wohl lieber garnicht wahrhaben wollen. Ich denke, ihr Platz ist hier."

"Das klingt mutig."

Jano schien zu seufzten: "Ja, es ist gut sie wieder lebensmutig zu sehen. Ich wünschte, ich könnte sie verteidigen, ich hätte sie verteidigen können."

Reff grinste: "Dann solltest du bei uns bleiben, wir sind die Verteidigungslinie, derer die zu gut oder zu schwach sind um sich selbst zu verteidigen. Und wir haben schon viele retten können, bevor Humanation sie gekriegt hat."

Jano schwieg kurz.

Reff ergänzte: "Du bist hier auf jeden Fall willkommen."


Der Kreuzer schwebte durch den lautlosen Raum in den Schatten des Gasplaneten Beta um dort auf der Lauer zu liegen. Sie waren schon länger am Bremsen. Sie würden bald die Beschleunigung aussetzen und dann würde die Schwerkraft aussetzen. Reff gab schließlich einen Funkspruch durch: "Morgen, morgen Kinder! Wir sind jetzt in Position. Der Antrieb wird gleich ausgesetzt also haltet euch fest."

Hikari schlug von der Durchsage geweckt die Augen auf. Kaum endete die Durchsage verloren sie schon ihr Gewicht und schwebte in die Mitte der Zelle. Für Hikari fühlte sich die Entlastung gut an. Sie rieb sich mit einer Hand das Auge. Riano bemerkte: "Du bist wach!" Sie nickt nun leicht. Sie war immer noch blass und atmete mühevoll.

Er stieß sich ab und schwebte, so dass er ihr gegenüber hielt: "Wie gehts dir?"

Sie lächelte: "Besser"

"Ich hatte befürchte, diese Terroristen hätten dich getötet. Sie werden dafür bezahlen."

Hikari beschwichtigte: "Wir leben alle noch und die Piraten wollen das auch nicht ändern. Sobald sie das System verlassen, werden sie uns wieder frei lassen."

Ming bemerkte: "Darauf möchte ich mich ungern verlassen. Wir sollten uns auch selbst einen Ausweg suchen. Riano habt ihr keine Kommunikationsgeräte?"

Riano nickte und zeigte eine vielleicht 3 cm breite schwarze Manschette mit dem Emblem Humanations, ein weißer Stern in einem dunkelblauen Kreis umgeben von einem großen, goldenen Punkt Humat und drei kleinen, goldenen Punkte den Monden, an seinem rechten Hand: "Ja schon, aber die funktionieren nur über kurze Strecken, idealer weise Schiffinter. Das Signal ist sonst zu schwach. Und in dieser Zelle sind wir eh abgeschirmt."

Hikari blickte sich um und blickte die beiden an: "Das sind alles Probleme, die man lösen kann. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich das will. Die Piraten sind für uns gerade wirklich keine Gefahr, aber jetzt eine Auseinandersetzung heraufzubeschwören wäre eine Gefahr für uns."

Riano blickte Hikari irritiert an: "Aber das sind Piraten. Es muss doch Gerechtigkeit gedient werden. Wir müssen verhindern, dass sie so weiter machen können."

Ming nickte aber mit einem Blick auf Riano: "Ich verstehe dich nur zu gut, Hikari! Allerdings sollten wir uns überlegen was mit uns passiert, wenn es zu einem Konflikt kommt. Wie kommen wir dann hier raus, wenn das Schiff zerstört wird?"

Hikari überlegte: "Du hast recht! Wir sollen uns auf alle Eventualitäten vorbereiten."

Riano blickte verwirrt von einer zur anderen, nickte aber.


"Also, was können wir tun um hier rauszukommen?", fragte Ming.

"Naja, ich würde erst mal für den Fall der Fälle Kommunikation nach außen aufbauen." erklärte Hikari, "Ich wette der Lautsprecher hat Empfang. Das heißt, wenn wir die Manschette an die Position des Lautsprechers bringen können, können wir funken. Wie kriegen wir den nur aus der Wand?" Sie alle blickte sich um zu einem Lautsprecher, der in der Ecke hinter einem Stahlgitter in die Wand geschraubt war. Riano fasste sich an den Hals und bemerkte unverhoffte, dass er noch "Werkzeug" bei sich trug. Sein Kragen war mit den üblichen zwei Offiziersknöpfen den zwei goldenen Fähnrichsflügeln und den zwei goldenen Oberleutnantsstrahlen unter den Flügeln bestückt, die ihn als Oberleutnant der Friedenswache -also der Raumflotte- auswiesen.

Er löste die Nadeln aus seinem Kragen und stieß sich ab zu der Ecke. Auch wenn die Kanten verkratzten eigenten sie sich um die Schrauben aus der Wand zu drehen. Ming nahm ihm eine Nadel ab und machte sich an einer anderen Schraube zu schaffen.

Riano seufzte: "Wahrscheinlich werde ich die Abzeichen so schnell eh nicht mehr brauchen ... ohne Schiff."

"Das liegt ganz bei dir." antwortete Hikari.

Ming stimmte zu: "Die Abzeichen verdecken eh nur den Charakter."

"Aber das ist notwendig um die Bevölkerung Humanations zu schützen sich selbst zurück zu stellen. Wir erfahren gerade am Leib was es bedeutet, wenn das nicht funktioniert." erklärte Riano angegriffen.

Hikari schien das nicht zu akzeptieren: "Aber was, wenn die Präsenz hochgerüsteter Kriegsschiffe in anderen auch das Bedürfnis auslöst sich zu schützen und die Leute vielleicht sogar in Humanation zu verteidigen, nur eben andere?"

Riano widersprach gereizt: "Aber, diese Piraten, diese Terroristen verfolge eine rein destruktive Agenda. Sie haben uns entführt und dich fast erschossen."

Ming zog die erste Schraube aus der Wand. Die Schraube schwebte langsam durch den Raum. Ming machte sich an die nächste. Riano wurde auch fertig mit seiner ersten Schraube.

"Wenn wir hier lebend rauskommen, dann steh ich doppelt in deiner Schuld, Hikari." versöhnte Riano. Ming lachte: "Mindestens, und ich auch!"

Hikari winkte ab: "Schuld ist ein unsinniges Konzept. An Schuld lässt sich ja auch nichts ändern. Was passiert ist, ist passiert. Ihr habt überhaupt keine Schuld mir gegenüber."

Riano schüttelte den Kopf: "So einfach ist das nicht. Schulden muss man begleichen, das ist Gerechtigkeit."

"Gerechtigkeit ist relativ. Solidarität reicht mir." antwortete Hikari.

Ming nickte: "Du hast auf jeden Fall eine Freundin gewonnen, egal ob wir hier rauskommen oder nicht. ... Ich hab's!"

Ming war fertig. Riano drehte auch seine letzte Schraube aus er Wand. Er griff das Gitter, stellte seine Füße gegen die Wand und drückte sich mit voller Kraft ab, mit einem Ruck gab das Gitter nach und er schoss durch den kleinen Raum. Hikari manövriert in seinen Weg und fing ein Teil seines Impulses ab. Sie knallten zusammen gegen die Rückwand. Riano blickt besorgt Hikari an: "Bist du in Ordnung."

Sie nickte und stieß sich zurück ab zu der nun freiliegenden Lautsprecheranlage.

"Und jetzt?", fragte Ming.

Hikari erklärte: "Eigentlich ist es ganz einfach. Wir sind auf einem ehemals militärischen Schiff. Die Manschette sollte für dieses Schiff also mit einigen Modifikationen funktionieren. Es sollte mir gelingen mich auch über die Manschette in die ausgesendeten Signale einzuklinken und ein vom Schiff verstärktes Signal nach außen zu senden. WENN wir tatsächlich in dem Hohlraum Empfang haben. Riano könnte ich deine Manschette haben?"

Riano machte sie los von seinem Handgelenk und stieß sich ab zu Hikari um sie ihr zu geben.

Hikari hielt sie in den Schacht. Das Signal ging nun tatsächlich hinaus und mit einigen Befehlen konnte Hikari schon die Funksignale der Kommunikationsstationen auf den Schiff sehen. Sie musste nun noch einen externen Zugriff auf die Funkstation, die Signal aus dem Schiff sendete gewinnen. Das war das eigentliche Problem. Diese Station war natürlich authentifikationsgeschützt und ohne eine Sicherheitslücke oder ein Passwort kam sie hier nicht weiter. Sie schloss die Augen und atmete für eine Weile tief und regelmäßig. Ming fragte besorgte: "Funktioniert es nicht?" Hikari öffnete die Augen: "Ich brauche ein Passwort. Wenn wir Glück haben, kann Jano es mir senden. Er wird auf jeden Fall die Sensoren offen halten."

Riano blickte sie verwirrt an: "Wer?"

"Mein Freund." antwortete Hikari knapp.

Riano war verwirrt. Wie sollte das funktionieren? Wo war dieser Freund und wie konnte sie ihm funken? Meinte sie vielleicht das kleine piepsende Monstrum? Als Spion wäre es sicher praktisch. Aber wie hatte sie ihm gefunkt? Mit der Manschette? Es musste wohl so sein.

Aber das hieß doch, dass diese Maschine eine ganze Menge Rechenkapazität haben musste und autonom agieren konnte. Ein kalter Schauer überfiel Riano. Sie spielte mit dem Feuer. Das konnte kein gutes Ende nehmen. Maschinen waren seelenlose Monster und, wenn man ihnen nur die Möglichkeit gab, würden sie die Menschen zerstören. Er musste Hikari davon befreien, bevor sie vernichtet wurde von ihrer eigenen Schöpfung. Er hoffte nur sie würde es einsehen.


Dumpfe Maschinengeräusche füllten das Schweigen im Raum. Nach einer Weile seufzte Ming: "Jetzt habe ich dein Buch verloren, damit war all die Arbeit umsonst." Hikari lachte, dass war der letzte Gedanke, der ihr gekommen wäre: "Mach dir mal keine Sorgen um das Buch, wenn du den Autor hast."

Ming grinste: "Also wehe, wenn du mir verloren gehst, Kleine."

Hikari lächelte: "Du wirst mich so schnell nicht mehr los werden."

Hikari schloss unvermittelt die Augen. Riano und Ming blickten sie irritiert an. Ihre Lider zuckten und sie öffnete wieder das Auge. Die tippte etwas auf der Manschette ein und lächelte: "Wir sind drin."

"Dann sende einen Notruf an alle Friedenswachen.", befahl Riano.

"Ich halte das für eine schlechte Idee.", entgegnete Hikari, "wir bringen uns und sie damit nur in unnötige Gefahr."

Riano schüttelte vehement den Kopf: "Dafür ist die Friedeswache da! Diese Piraten müssen aufgehalten und vernichtet werden."

Hikari protestierte: "Aber dann werden viele sinnlos sterben!"

"Ganz zu schweigen von uns", begab Ming zu bedenken.

Riano wurde ungeduldig: "Unser kleines Opfer um diese Hunderten von Terroristen aufzuhalten ist kein großer Preis. Jetzt sende!"

Hikari schüttelte den Kopf. Riano drückte beide Beine gegen die Wand und schoss auf Hikari zu um ihr die Manschette aus der Hand zu reißen. Doch Hikaris Linke schloss sich fest um den Ring. Riano knallte sie gegen die Wand. Sie schrie auf, doch sie ließ nicht locker. Ming schwebte dazwischen und zog beide mit Mühe auseinander.

"Hör auf, sonst reißt du ihre Wunde nur weiter auf!" rief sie.

Riano blickte sie wütend an: "Aber wir müssen die Friedenswachen informieren!"

Ming erwiderte ihm nur mit einem ernsten Blick und erst jetzt wurde ihm bewusst, welchen Schaden er Hikari zugefügt hatte. Er erschreckte vor sich selbst und murmelte: "Es tut mir leid... es tut mir leid."

Hikaris Gesicht war noch Schmerz verzerrt. Sie blickte erst erschrocken Riano an, dann wandelte sich ihr Ausdruck in Bruchteilen von Sekunden und Wut stand in ihrem Gesicht: "Warst du es wert gerettet zu werden?"

Riano stotterte: "Ich... ich..."

Hikari wirkt plötzlich auf ihn älter, verbittert und beängstigend. "Hast du nicht genug Verständnis und Hilfe bekommen? Das ist also deine Antwort."

Riano bat: "Bitte, vergib mir."

Hikari seufzt widerwillig: "Du kannst froh sein, dass meine weiche Seite dich noch nicht aufgegeben hat."

Ein Zucken durchlief Hikari und sie blickte ihn enttäuscht aber liebevoll an: "Es tut weh, aber ich vergebe dir." Sie atmete schwer und schloss die Augen um den Schmerz zu unterdrücken.


Eine Lautsprecherdurchsage unterbrach sie: "Morgen meine Lieben. Wir haben unsere Freunde gesichtet. Die K-6 epsilon ist bald in Reichweite. Lasst sie uns mit einem Feuerwerk empfangen. Angriffsposition in 10min. Raus auf den Federn und ran an die Flagg. Alles Gute. Kaptain Reff Ende." Der K-3 Kreuzer schoss wie eine Muräne mit vollem Schub aus seinem Versteck auf die K-6 epsilon zu. Plötzlich tauchte aus einer Raumzeitkrümmung ein F-8 Fregatte auf.

Riano lachte: "Sie haben keine Chance der K3 brauch 20 min bis zu einem Überlichtssprung mindestens."

"Dann sollten wir schnell von hier verschwinden." folgerte Ming.

Hikari aktivierte die Manschette und blickte zu Riano: "Los, red mit ihnen."

Riano nahm die Manschette und funkte: "Bitte antworten, hier spricht Oberleutnant Riano von der K7 alpha. Gefangene der Piraten. Bitte antworten."

Rauschen durch das Gerät. Das Krachen der ersten Raketen drang durch das Schiff und der Stahl dröhnte. Rufen und Schreie von den Gängen schallten dumpf bis in die Zelle. Eine weitere Rakete traf. Der mächtige Knall dröhnte sogar in Rianos Ohr. Sie wurden kurz gegen die Wand gedrückt. Das Schiff ächzte bedenklich.

Eine rauschende Stimme antwortete: "Hier Fregattenadmiral Frez. Wie lautet der letzte Missionscode der K7 alpha?" "Omega 73 85 alpha" keuchte Riano.

"Wir beamen sie anhand des Signals von Bord. Frez Ende."

Riano hielt Ming fest und wollte mit seine Hand auf Hikari legen. Doch sie wich zurück und wisperte: "Auf Wiedersehen."

Ming schrie ihren Namen. Mit einem Lichtblitz verschwanden Ming und Riano vor Hikaris Augen.

Sie tauchten in dem Transportraum der F 8 beta Fregatte auf. Riano schoss sofort in den Flur und suchte nach dem nächstbesten Fenster. Einem kleinen hohen schmalen Streifen. Licht blitzte von Explosionen und Raketen. Schließlich unter den Explosionen geschüttelt gab der Piratenkreuzer nach und brach auseinander. Er hauchte: "Hikari." In diesem Moment zerbarst das Innere in mit einem großen Feuerball. Eine Träne tropfte von Rianos Gesicht. Vor sich sah er noch das Gesicht des jungen Mädchens. Ming legte ihm die Hand auf die Schulter, doch sie war sprachlos und blickte nur verzweifelt auf die davongeschleuderten Trümmerteile.

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